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Bequemes Klettern, leichter Zugang zu Informationen, sicheres Reisen: Jeder profitiert von der barrierefreien Mobilität. Bis Ende 2023 können unsere Kundinnen und Kunden auf dem gesamten BLS-Netz und auf allen unseren Zügen ungehindert reisen. Damit entspricht BLS den Anforderungen des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Bis Ende 2023 muss die BLS sicherstellen, dass ihre 118 Bahnhöfe und Haltestellen sowie ihre Züge den Anforderungen des Gesetzes zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (LHand) entsprechen. Dazu gehören z. B. der Zugang von Rollstühlen zu Geldautomaten und Notrufstationen, abgesenkte Handläufe an Rampen oder verbesserte Beleuchtung und Lautsprecher. Die BLS verlängert und erhöht die Bahnsteige, damit sie für neue Züge geeignet sind und die Fahrgäste ebenerdig einsteigen können. All diese Maßnahmen kommen Menschen mit Körper-, Hör- und Sehbehinderungen zugute, aber auch älteren Menschen oder Menschen, die mit Kinderwagen und viel Gepäck reisen.

Heute steigen drei Viertel der BLS-Fahrgäste in Züge ein und aus, ohne auf Hindernisse zu stossen.

In den meisten Fällen kann die BLS bei der ohnehin geplanten Sanierung von Bahnhöfen die LHand-Vorschriften anwenden. Im Hinblick auf die Einführung von LHand, die für Ende 2023 geplant ist, sollte die BLS im Prinzip auf Kurs bleiben: Die Mehrheit der BLS-Züge erfüllt bereits heute die Anforderungen an niederflurige, rollstuhlgerechte Toiletten, optische und akustische Informationssysteme. Ab 2021 werden fast 60 neue Züge die veralteten Pendelzüge der BLS ersetzen, die nicht LHand-konform sind. Was die Infrastruktur betrifft, so waren Ende 2019 von den 118 BLS-Bahnhöfen 69 bereits hindernisfrei; drei Viertel der Fahrgäste steigen heute barrierefrei in Züge ein und aus.

Das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen konnte nicht in allen Bahnhöfen angewandt werden, entweder weil der Bahnhof in einer Kurve lag und die Züge schräg standen oder weil er sich an einem Hang befand, was die Umsetzung erschwerte. In solchen Ausnahmefällen verlangt der Gesetzgeber von den Stationen eine Kosten-Nutzen-Analyse, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. An einigen Bahnhöfen prüft die BLS, ob die zur Einhaltung der Gesetzgebung erforderlichen baulichen Massnahmen zumutbar sind oder nicht. Auf jeden Fall wird aber keiner der 118 BLS-Bahnhöfe nach dem Behindertengleichstellungsgesetz abgeschafft.

Warum brauchen wir moderne Werkstätten?

Die Instandhaltung von Lokomotiven und Zügen ist das Rückgrat eines jeden Eisenbahnunternehmens.

Um zuverlässig, sauber und sicher zu sein, müssen Züge regelmäßig und effizient gewartet werden. Die Fahrgäste der BLS sollen sich wohl fühlen und pünktlich ankommen.

So muss es immer sein, heute und morgen. Die Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Werkstätten ist in mehrfacher Hinsicht notwendig:

– Immer mehr Menschen reisen mit der BLS. Heute registrieren wir täglich 150. 000 Passagiere, eine Zahl, die voraussichtlich auf ca. 150. 000 steigen wird. 260. 000 im Jahr 2030.

– Neuere und modernere Züge benötigen deutlich längere Hallen und Gleise.

– Die alten Werkstätten haben ausgedient. Die Werkstatt in Oberburg wird aufgrund ihres Alters voraussichtlich 2025 schließen müssen.

– Im Hinblick auf die Sanierungsarbeiten am Bahnhof Bern wird die BLS voraussichtlich im Jahr 2020 die westlich des Bahnhofs gelegene Anlage Aebimatt aufgeben müssen.

Die BLS unterhält derzeit 132 Züge und 84 Lokomotiven, die alle einmal wöchentlich in einer der Werkstätten halten.

Drei BLS – Werkstätten ab 2025

Um die Effizienz und den reibungslosen Betrieb der S-Bahn Bern weiterhin zu gewährleisten, will die BLS ihre Flotte langfristig an drei Standorten unterhalten.

Werkstätte Spiez

Die Anlagen in Spiez werden in den nächsten Jahren komplett erneuert, damit das Oststreckennetz der BLS auch für die kommenden Generationen mit geringem Aufwand erhalten werden kann.

Werkstätte Bönigen

Die Werkstätten in Bönigen werden in einer Übergangsphase umgebaut und renoviert, um sicherzustellen, dass im Rahmen der Großreparaturen auch schwere Wartungsarbeiten durchgeführt werden können. Langfristig werden sie zum Kompetenzzentrum, das für alle schweren Wartungsarbeiten zuständig ist.

Geplanter Neubau im Chliforst Nord

Im Herbst 2016 beschloss der Verwaltungsrat der BLS AG, der Empfehlung der Coachinggruppe « BLS-Werkstätten » zu folgen und zusätzlich zu den Werkstätten in Spiez und Bönigen ein Bauprojekt im Gebiet Chliforst Nord westlich von Bern zu lancieren. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bern, dem Kanton Bern und der betroffenen Bevölkerung soll der Standort bis 2025 über das modernste Kompetenzzentrum für den Unterhalt der Stadtbahnen in der Schweiz verfügen.

Zusätzliche Kapazitäten in Givisiez

Um den Übergang zwischen der Aufgabe der Werkstätten in Bern Aebimatt (2020) und der geplanten Inbetriebnahme der neuen Anlagen (2025) zu gewährleisten, hat die BLS eine Vereinbarung mit den Transports publics fribourgeois (tpf) unterzeichnet. Im Rahmen dieses Abkommens kann die BLS vorübergehend Gleise von den Werkstätten in Givisiez leasen und so die ordnungsgemäße Instandhaltung der Fahrzeuge bis 2025 sicherstellen.

Das Bauprojekt

Zwei Modernisierungsprojekte und ein neues Gebäude

Der Neubau im Gebiet Chliforst Nord, westlich der Stadt Bern, sowie die Um- und Erweiterungsarbeiten in Spiez und Bönigen bieten mehrere Vorteile:

– Die Züge werden die Werkstätten von den stark befahrenen Bahnlinien rund um Bern immer schwerer erreichen können. Eine Anlage in der Nähe des Zentralknotens in Bern entlastet den Verkehr auf den Zugangsstrecken im Interesse der Fahrgäste.

– Der Betrieb wird stabiler und flexibler (z. B: Züge, die ausfallen, können schneller ersetzt werden).

– Es gibt weniger und kürzere Leerfahrten zu den Werkstätten, was die Lärmbelastung für die Anwohner verringert und den Energieverbrauch senkt.

– Die Konzentration auf drei statt bisher vier Standorte macht die Zuteilung der Humanressourcen flexibler.

– Eine bessere Nutzung der Shop-Infrastruktur senkt die Betriebskosten, was auch den Passagieren und Steuerzahlern zugute kommt.